Besichtigung der Wahnbachtalsperre

Der Sommer bringt Events mit sich und so waren wir auch dieses Wochenende wieder unterwegs. Dieses mal ging es nach Siegburg und von da zur nahe gelegenen Wahnbachtalsperre. Dort wird immerhin das Trinkwasser der gesamten Region aufbereitet und eingespeist. Aufgrund des Wetters haben wir uns sehr kurz entschlossen eine Mitfahrgelegenheit organisiert. So wurden wir von einem Cacher am Bahnhof Siegburg eingesammelt und später von der Orga wieder zurück gefahren. Vielen lieben Dank nochmal für diese schnelle und unkomplizierte Lösung an die beiden.

 

Wir trafen uns daher um kurz nach 9 Uhr am Bahnhof Siegburg. Das als Erkennungszeichen hoch gestreckte Navi war sofort erspäht und so stiegen wir ein. Auf dem Weg haben wir dann noch fix einen hübschen Tradi (Streetart: Aquarium) und einen Earth Cache mitgenommen. Dann war der Parkplatz auch schon erreicht und wir stiegen alle gemeinsam aus. Auch hier fiel auf, das sich die lokalen Cacher gut kennen und scheinbar viel miteinander unternehmen.

 

Bei noch trockenem Wetter kamen wir an der Talsperre an. Dort warteten wir gemeinsam mit der Orga und unsere Führung. Wir trugen uns zum Zeitvertreib schon mal gemütlich in das Logbuch ein. Jetzt zeigte sich auch schon, das der Wetterbericht leider recht behalten sollte und es fing an zu regnen. Dennoch zeigten sich die Cacher fröhlich und ließen sich vom Wetter nicht die Laune verderben. Es wurde einfach mit Humor genommen.

 

Zu Beginn der Führung standen wir auf dem Damm und hörten allerlei interessante Details. Beispielsweise ist der komplette Stausee Trinkwasserqualität und um das einzuhalten darf der Uferbereich auf 1m nicht betreten werden. Dennoch gibt es 200 Angelscheine für Angler welche dann dort angeln dürfen. Aufkeimendes Interesse wurde allerdings schnell wieder eingedämmt, da diese Angelscheine derart begehrt sind, das sie weitervererbt werden. Des weiteren gibt es im See einige Bojen. An diesen Stellen wird in verschiedenen Wassertiefen eine Probe genommen um sie im Labor zu untersuchen. Dort wird unter anderem festgelegt aus welcher Tiefe das Trinkwasser entnommen wird.

 

Der Damm und seine Belüftungsmöglichkeiten

Damit immer genug Sauerstoff im Wasser ist, nicht nur für die Fische, kann der See belüftet werden. Hierzu wird Wasser aus einer festgelegten Tiefe entnommen, mit Luft versetzt und wieder in der gleichen Tiefe ausgebracht. Das ist notwendig, da die Wasser Temperaturen im See geschichtet sind. Um sie nicht zu vermischen wird auf diese Art vorgegangen.

 

Der Vortrag im Freien fiel bei dieser Führung etwas kürzer aus, was wohl dem Wetter geschuldet war. So freuten sich die Anwesenden ins “trockene” innere zu kommen. Im ersten Raum konnten wir einige Schautafeln sehen, welche uns auch noch erklärt wurden. Hier lernten wir beispielsweise, das der Damm oben etwa 8m breit ist, ganz unten allerdings weit mehr als 100m. Auch besteht er nur zu einem geringen Teil aus Beton, da das intere aus aufgeschütteten Gestein besteht. Auf der Wasserseite ist dann noch eine Isolierschicht aufgetragen unter der in verschiedenen Tiefen Rohre verlaufen. So kann man genau nachvollziehen in welcher Wassertiefe diese Schicht undicht ist. Diese Isolierschicht wurde vor vier Jahren erneuert, wofür der gesamte See abgelassen wurde. In dieser Zeit wurde das Trinkwasser aus anderen Aufbereitungsanlagen gewonnen, die normalerweise auf 40% bzw. 60% Auslastung laufen.

Schaubild - Aufbau des Damms    Schaubild der Isolierschicht
Auf unserem steilen Weg in die Tiefe, kamen wir an den bereits erwähnten Rohren vorbei. So ganz dicht schien der Damm doch nicht zu sein, denn das ein oder andere Rohr führte einige Tropfen Wasser. Auch bildeten sich durch Schwitzwasser hier und da Pfützen. Beim Abstieg stellte sich aus heraus, wer sich entsprechend gekleidet hatte. Denn ab einer gewissen Tiefe spürte man alle paar Stufen wie das Thermometer fiel.

       

Unten angekommen zeigte das Thermometer noch gerademal 8° über Null an. Durch den Damm verlaufen hier zwei Dicke Rohre die einmal im Jahr kontrolliert werden. Für diesen Zweck werden sie komplett entleert, an drei Stellen geöffnet und erst einmal 24 Stunden gelüftet. Danach begibt sich ein Mitarbeiter ins Innere. Er liegt dann mit dem Rücken auf einem Brett mit Rollen und hat einen Eimer und eine Taschenlampe bei sich. Im Eimer befindet sich Dichtungsmittel, denn sollte er eine defekte Stelle finden, wird diese abgeflext und anschließend wieder sauber isoliert. Damit wird auch begründet, warum man nicht einfach eine Kamera durch das Rohr schickt, diese könne schlecht einen Eimer mitführen.

Auch gibt es zu jedem Rohr zwei automatische Schließvorrichtungen. Diese verschließen automatisch das Rohr, wenn zuviel Wasser durch das Rohr fließt. Damit der Damm nicht voll laufen kann, ist eine dieser Vorrichtungen in einer extra Kammer. Diese verschließt innerhalb von Sekunden, wenn ein Schwimmer ausgelöst wird, das Rohr also undicht ist. Betritt man, wie wir, diese Kammer muss die Tür erstmal mit einer Kette gesichert werden. Fällt sie zu, gibt es zwar einen Alarmknopf, allerdings werden 4 bis 5 Männer benötigt um die Tür wieder aufzudrücken.

Hier folgen wir den Rohren. Links und Rechts ist eine Möglichkeit zum öffnen und einsteigen.

Glücklich, das wir nicht mehr alle Stufen hinauf mussten, folgten wir nun den Rohren durch den Damm. Am anderen Ende angekommen haben wir den Damm bei der Pumpstation am Fuße verlassen. Dort konnten wir die Pumpstation besichtigen, welche fünf Pumpen bereit hält um das Wasser aus dem Damm zur Aufbereitung wieder nach oben zu pumpen. Die Pumpen sind verschieden groß dimensioniert und es laufen immer maximal zwei zeitgleich.

Im Gebäude nebenan wird zudem Grundwasser aufbereitet. Hier muss erstmal die Kohlensäure aus dem Wasser geholt werden. Hier wird das mit einfachen Wellenleitungen gelöst. Das Wasser läut also seinen unruhigen Weg von oben nach unten über viele viele Wellen und verliert so seine Kohlensäure. Am Ende wird das Wasser etwa im Verhältnis 70 zu 30 (Wasser aus dem Stausee zu Grundwasser) gemischt und in die Leitungen gespeist.

    So einfach wir die Kohlensäure aus dem Grundwasser geholt.
Auch hier sagen wir vielen herzlichen Dank sowohl an die Orga, als auch an den pensionierten Mitarbeiter, der die Führung übernommen hat.

Weitere Informationen zur Wahnbachtalsperre

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